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Start • Kultur • Countdown für Braunschweigs neuen Kulturtempel Westand Countdown für Braunschweigs neuen Kulturtempel Westand

Publiziert in Presse
Freitag, 19.07.2019
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Markus Wiener (links) und Bernd Müller, die Vorsitzenden des Vereins Kultur für alle, sitzen vor dem künftigen Soziokulturzentrum Kufa (weiße Gebäudehälfte), das sie im Auftrag der Stadt betreiben werden. Markus Wiener (links) und Bernd Müller, die Vorsitzenden des Vereins Kultur für alle, sitzen vor dem künftigen Soziokulturzentrum Kufa (weiße Gebäudehälfte), das sie im Auftrag der Stadt betreiben werden. Foto: Florian Arnold

Der Innenausbau läuft auf Hochtouren. Der Soziokulturverein Kufa fiebert der Schlüsselübergabe für seine Gebäudehälfte entgegen.

 Noch ist das Westand in Handwerkerhand. Rund um den dreistöckigen 3200-Quadratmeter-Bau am Westbahnhof sind bis zu 40 Arbeiter zugange. Das Außengelände wird hergerichtet, der Innenausbau läuft. Veranstaltungs- und Küchentechnik etwa müssen noch installiert werden. Der Countdown läuft. Für Ende August sind die ersten Veranstaltungen gebucht.

Eigentlich sollte die Bauabnahme im Juli stattfinden. Doch der Termin wurde in den August verschoben (wir berichteten). Wir sehen uns vor Ort um, mit Regina Marszalkowski-Wulf und Manfred Neumann von der Westand GmbH.

Grund für den Verzug seien Schwierigkeiten vor allem zu Beginn des Großprojekts, sagen sie. Nach dem Abriss des Altgebäudes – von der 120 Jahre alten Lagerhalle blieb nur der Frontgiebel stehen – stieß man im Herbst 2017 auf Altlasten. Entsorgungsfirmen mussten gefunden, eine Gas-Drainage installiert werden. Probleme bereiteten auch der hohe Grundwasserpegel und Dauerregen. „Um den Baugrund zu stabilisieren, mussten Pfähle bis zu zehn Meter tief in den Boden gerammt werden“, schildert Marszalkowski. Erst im Frühjahr 2018 konnte der Hochbau starten.

Neumann bleibt gelassen. „Pro-bleme gehören bei einem Projekt dieser Größenordnung dazu. Wir haben den Bauplan gestrafft und werden rechtzeitig fertig werden.“

Der 58-jährige Industriedesigner ist einer der drei Investoren des Gesamtprojekts, und gemeinsam mit Marszalkowski wird er auch die Geschäfte des Veranstaltungszentrums Westand führen. Dessen Herzstück ist ein rund 500 Quadratmeter großer Saal samt Empore, die weitere 150 Quadratmeter umfasst. Bis zu 800 Besucher finden hier Platz.

Architekt Markus Windisch und er hätten bei der Planung intensiv mit Veranstaltungspraktikern zusammengearbeitet, sagt Neumann, der selbst Bass in der Band Parkhouse spielt. Akustisch werde der Saal sowohl für Rock als auch für klassische Konzerte geeignet sein. Die Bühne könne variabel bis zu zehn Meter breit eingerichtet werden. Dahinter schließt sich ein großzügiger Backstagebereich an.

„Richtig klasse finde ich: Für Ton- und Lichttechnik haben wir einen eigenen Regieraum am Rand der Empore, so dass im Saal kein Mischpult Zuschauern Platz nehmen muss.“ Zwei Theken würden ausreichende Ausschank-Kapazitäten gewährleisten. Mit Phils Events sei ein fester Gastronom gefunden.

Mit bis zu 150 Veranstaltungen pro Jahr rechnen Marszalkowski und Neumann künftig im Westand. „Bei uns melden sich Veranstalter aus ganz Deutschland“, erzählt Marszalkowski. „Viele sagen, dass sie sich freuen, dass es in Braunschweig nun wieder einen Ort gibt, den sie bespielen können.“

Diese Erfahrung haben auch Markus Wiener und Bernd Müller gemacht, die Vorsitzenden des Vereins Kufa (Kultur für alle), der die vorderen 1500 Quadratmeter des Gebäudes betreiben wird, als soziokulturelles Zentrum, im Auftrag der Stadt. Dieses Zentrum zu erhalten, war erklärtes Ziel des Vereins, der sich 2013 nach einer Veranstaltung gründete, die an die glorreichen Zeiten des früheren Freizeit- und Bildungszentrums FBZ erinnerte. Als Kulturdezernentin Anja Hesse den Westand-Investoren vorschlug, ihr Veranstaltungszentrum doppelt so groß wie geplant zu errichten und der Stadt eine Hälfte langfristig zu vermieten, wurde die Vision real.

150.000 Euro Betriebskostenzuschuss jährlich wird die Kufa erhalten. Rund 15 Kräfte werden hauptamtlich für den Verein arbeiten, sagen die Geschäftsleiter Wiener und Müller. Einige davon sind Langzeitarbeitslose, die in Kooperation mit der Arbeitsagentur beschäftigt werden. „Jeder hat Fähigkeiten, die uns wirklich helfen, und alle sind motiviert, weil sie hinter dem Projekt stehen“, sagt Wiener. Das gelte auch für die rund 25 „richtig aktiven Ehrenamtlichen“ unter den etwa 100 Vereinsmitgliedern.

Wiener und Müller planen mit einem Etat von gut 500.000 Euro. Einnahmen erwarten sie aus dem Betrieb eines Bistros, von Kulturveranstaltungen und von Verpachtungen der Räumlichkeiten. Dazu gehören ein Saal für 300 Besucher, das Bistro, zwei Multifunktionsräume zwischen 70 und 100 Quadratmetern, kleinere Seminarräume sowie ein Ton- und ein Filmstudio.

Die Zahl der Nutzungs-Interessenten sei groß, erzählen Müller und Wiener. Das Spektrum reiche von Anbietern von Tanzkursen oder Niedrigschwelliger Rechtsberatung bis hin zum Jungen Musical Braunschweig und offener Jugendarbeit der Lebenshilfe. Konzerte im Saal seien auch schon viele gebucht.

Wiener und Müller sind seit langem in der Soziokulturszene aktiv. Wiener, 51, selbständiger Mediengestalter und Marketingkaufmann, unter anderem als Konzertveranstalter. Müller, 64, arbeitete als Gewerkschaftssekretär, Ausbildungsleiter, führte aber auch eine Innenausbau-Firma. Beide können es kaum erwarten, endlich die Schlüssel zum Kufa-Haus zu erhalten. Wann genau das sein wird, wissen sie nicht. „Aber am 7. September sind Westand und Kufa für ein hochkarätiges Elektro-Festival gebucht. Spätestens dann müssen wir am Start sein.“

Quelle: https://www.braunschweiger-zeitung.de
Autor: Florian Arnold

Gelesen 563 mal Letzte Änderung am Dienstag, 21 Januar 2020 13:55
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