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Start • Kultur • Das Westand wächst sich mächtig aus Das Westand wächst sich mächtig aus

Publiziert in Presse
Freitag, 17.08.2018
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Investor Manfred Neumann und Westand-Geschäftsführerin Regina Marszalkowski-Wulf begutachten die Bauarbeiten. Nach Fertigstellung des zweiten Stocks wird der Giebel am Rohbau befestigt Investor Manfred Neumann und Westand-Geschäftsführerin Regina Marszalkowski-Wulf begutachten die Bauarbeiten. Nach Fertigstellung des zweiten Stocks wird der Giebel am Rohbau befestigt Foto: PHILIPP ZIEBART / BestPixels.de

Der dreigeschossige Rohbau soll im Oktober fertig sein. Die Investoren kündigen „einen der besten Konzertsäle Niedersachsens“ an. Eröffnung: Mitte 2019.

Braunschweig. Es hat ein Weilchen gedauert, aber nun wächst er kräftig in die Höhe, der Rohbau des künftigen Veranstaltungszentrums Westand unweit des Jolly Joker und der neuen Kletterhalle am Westbahnhof. Zwei Geschosse sind bereits hochgezogen, derzeit werken die Bauarbeiter am dritten. Zeit für eine erste Begehung mit den Investoren Manfred Neumann, Reiner Nötzel und Carl-Thomas Schneider.

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Die Investoren (von links) Manfred Neumann, Reiner Nötzel und Carl-Thomas Schneider mit Geschäftsführerin Regina Marszalkowski-Wulf.
Foto: PHILIPP ZIEBART / BestPixels.

Es wird ein stattliches Gebäude in einer einst industriell geprägten Gegend, die lange im Dornröschenschlaf lag, sich nun aber zu einem der spannendsten Reviere der Stadt entwickelt, mit vielen jungen Unternehmen, Skateranlage, Kletterhalle und als künftigem Magneten dem neuen Veranstaltungs- und Soziokulturzentrum. Hinter dem rund 120 Jahre alten Giebel einer früheren Lagerhalle, der auf Wunsch und mit finanzieller Unterstützung der Stadt erhalten wurde, erstreckt sich der Neubau 70 Meter in südwestlicher Richtung. Seine Breite beträgt rund 17 Meter. „Ursprünglich wollten wir die alte Lagerhalle ausbauen. Aber es hat sich gezeigt, dass das angesichts der technischen Anforderungen und der Sicherheitsbestimmungen für ein modernes Kulturzentrum nicht möglich war“, blickt Neumann noch einmal zurück.

Das Westand wird ein Doppel-Zentrum mit zwei Angeboten unter einem Dach. Im vorderen Teil des Gebäudes wird der Verein Kufa (Kultur für alle) mit finanzieller Rückendeckung der Stadt ein soziokulturelles Zentrum betreiben, vergleichbar etwa der Brunsviga im östlichen Ringgebiet. Den hinteren Teil wollen die Investoren als Konzert- und Veranstaltungszentrum etablieren. Kernstück ist ein bis zu 7,50 Meter hoher Saal mit Empore, der rund 800 Zuschauer fassen wird. „Also genau die Größenordnung, die in der Stadt spätestens seit Schließung der Meier Music Hall fehlt“, betont Reiner Nötzel.

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Modell des Konzertsaals mit Empore.
Foto: Manfred Neumann / Westand GmbH

Die drei Investoren sind gestandene Männer Mitte 50, die bisher als Unternehmer in technisch geprägten Berufen erfolgreich waren. Nötzel ist Inhaber und Geschäftsführer der Firma Cebra, die Messe-Auftritte für Unternehmen wie Volkswagen konzipiert. Er ist mit seinem Betrieb übrigens gerade von Wolfsburg an den Westbahnhof gezogen, ganz in die Nähe des Westand. Neumann führt ein Büro für Industriedesign, Schneider ist Mitgründer und -Geschäftsführer der Firma

Aicon, die Hightech-Mess-Systeme entwickelt.

Und alle drei sind Musikliebhaber. Neumann spielt Bass bei der Band Parkhouse, nach eigenen Angaben die älteste Boygroup Braunschweigs. Schneider beschreibt sich eher als stillen Genießer und leidenschaftlichen Konzertgänger, mit großem Interesse auch an jüngeren deutschen Musikern wie Bosse. Der 56-Jährige ging auf Neumann und Nötzel zu, als er in der Zeitung von ihren Plänen für eine Konzerthalle las. „Ich hatte schon immer den Wunsch, so etwas mal zu machen. Aber ich hätte mir bis dahin nicht träumen lassen, dass er sich tatsächlich realisieren lässt.“

Die drei wollen nun keine halbe Sache machen, sondern Maßstäbe setzen. „Das Westand wird einer der besten Konzertsäle in Niedersachsen“, ist Nötzel überzeugt. „Die meisten Säle werden ja in Gebäude hineingebaut, die ursprünglich für andere Zwecke genutzt wurden. Wir planen das hier von Anfang an auf die Anforderungen hin, die der Konzertbetrieb mit sich bringt, und stehen dabei auch in engem Kontakt zu Veranstaltern.“ Dazu gehöre nicht zuletzt eine gut funktionierende Theke, merkt Neumann an. Die soll sich, großzügig dimensioniert, im hinteren Bereich des Saals erstrecken. „Wir werden bis zu 800 Becher Bier in einer halben Stunde ausschenken können“, sagt Neumann. „Bei Metal-Konzerten ist das sicher von Vorteil.“
 
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Das Westand aus der Vogelperspektive. Hinten entsteht der Konzertsaal.
Foto: Manfred Neumann / Westand GmbH

Neben Rock und Pop soll der Saal aber auch gute Bedingungen für klassische Konzerte bieten, betont Neumann weiter. Auch da stehe man im Austausch mit Fachleuten und Praktikern wie dem Sänger und Musikprofessor Henryk Böhm. Der Saal werde mit Licht- und Tontechnik samt Regieraum ausgestattet, die Bühnenmodule seien auf bis zu 70 Quadratmeter ausbaubar. Firmenfeiern oder Abibälle sollen ebenfalls möglich sein.

„Auch da gibt es bereits Anfragen“, sagt Nötzel. „Insgesamt gehen wir von mindestens zwei Veranstaltungen pro Woche aus – im Westand.“ Im rund 300 Besucher fassenden Saal der Kufa im anderen Gebäudeteil könnten dabei problemlos zeitgleich Veranstaltungen stattfinden. Natürlich sei das Gebäude auch durchlässig: Westand-Besucher können etwa auch im Bistro einkehren, das die Kufa betreiben will.

Ende Oktober soll der Rohbau weitgehend fertig sein und der Innenausbau beginnen. Im zweiten Stock des Westand entstehen Büroeinheiten, die an Firmen vermietet werden. Der Bezugstermin steht bereits fest: der 1. Juli 2019. Seit einigen Monaten hat die Westand GmbH auch eine Geschäftsführerin: Regina Marszalkowski-Wulf, studierte Romanistin und Kunsthistorikerin, mit langer Berufserfahrung als Marketingleiterin. Die offizielle Eröffnung des Westand als Veranstaltungszentrum stehe dann voraussichtlich im Spätsommer/Herbst 2019 an, sagt sie.
 

Autor: Florian Arnold

 
Gelesen 217 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 22 Januar 2020 10:52
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