Braunschweig  Am 13. September stimmt der Rat über das Projekt am Westbahnhof ab. Bei einem positiven Votum wollen die Investoren umgehend den Bauantrag einreichen.

Von Florian Arnold
Braunschweiger Zeitung vom 24.08.2016 - 16:26 Uhr

 

2016 08 24 bz Westand 1 thubBraunschweig. Die Investoren Manfred Neumann und Reiner Nötzel sind zuversichtlich. Am 13. September will der Rat entscheiden, ob die Stadt langjährige Mieterin in dem Veranstaltungszentrum Westand wird, das Neumann und Nötzel am Westbahnhof 13 errichten wollen. Das Erdgeschoss mit rund 1500 Quadratmetern Fläche würde die Stadt dann mindestens zehn Jahre mieten, um dort ein soziokulturelles Zentrum einzurichten, das der Verein „Kufa – Kultur für alle“ in ihrem Auftrag betreiben würde. Verbunden wäre damit ein Baukostenzuschuss von 1,5 Millionen Euro.

Im Obergeschoss wollen die Investoren von der Westand GmbH unter anderem einen Konzertsaal für rund 800 Zuschauer betreiben. „Bei einem positiven Abstimmungsergebnis im Rat würden wir kurz darauf den Bauantrag einreichen“, sagten Neumann und Nötzel unserer Zeitung. Aufgrund des engen Abstimmungsprozesses mit der Stadt als künftiger Mieterin seien sie guter Hoffnung, dass ihr Bauantrag alle Anforderungen erfüllen und schnell genehmigt werden würde.

Zum möglichen Baubeginn wollen sich die Investoren nicht äußern. Denkbar wäre aber das Frühjahr kommenden Jahres und eine mögliche Eröffnung im Sommer 2018.

Die politischen Beratungen gehen nun in die letzte Runde. Am Dienstag wurden noch offene Fragen im Stadtbezirksrat Westlicher Ring besprochen. Anschließend beraten weitere Fachausschüsse über das Soziokulturprojekt, bevor der Rat am 13. September das letzte Wort hat.

Im Stadtbezirksrat ging es zum einen um die Frage, ob der Treppengiebel der 120 Jahre alten Lagerhalle am Westbahnhof erhalten werden soll. Die Investoren hatten sich entgegen ihren ursprünglichen Plänen entschieden, den maroden Altbau abzureißen und das Westand als Neubau zu errichten. Weil der Altbau nicht unter Denkmalschutz steht, sei das legitim, erklärte die Verwaltung.

Um den Giebel zu erhalten, könnte die Stadt Landesmittel zur Städtebauförderung akquirieren – wenn die Stadt selbst ein Drittel der Summe zuschießen würde, bis zu 68 000 Euro bei geschätzten Maximalkosten von 200 000 Euro. Der Stadtbezirksrat sprach sich einstimmig dafür aus.

2016 08 24 bz Schienendrehscheibe thubDiskutiert wurde auch, ob eine alte Schienen-Drehscheibe erhalten werden kann, die sich an der Südseite der alten Lagerhalle befindet. Mit ihr wurden früher Waggons zum Entladen rangiert. „Sie ist noch drehbar, aber leider völlig durchgerostet“, erläuterte Stadt-Denkmalpfleger Jan-Christoph Friedrich. In den Neubau integriert werden könne sie nicht. Ein Architekturbüro sei beauftragt, den möglichen Erhalt und Ausstellungsmöglichkeiten für die Drehscheibe zu prüfen.

Der Stadtbezirksrat sprach sich zudem dafür aus, dass der Verein Kufa, der sich seit längerem im Westlichen Ringgebiet engagiert, das Soziokultur-Zentrum betreiben soll. 150 000 Euro soll er dafür jährlich erhalten.

Hinzu kämen Miet- und Nebenkosten von rund 110 000 Euro jährlich sowie eine einmalige Investition in die Einrichtung von 500 000 Euro.

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